Vom Terroir des Getreides - auf den Boden kommt es an

Jedes Demeter-Brot erzählt eine Geschichte

Vor der Ernte - Rundgang mit Bauer Simon Ewald auf den Feldern rund um den Demeter-Sonnenhof Bad Boll, mit Verarbeiter:innen entlang der Wertschöpfungskette


Mindestens 30 kritische Augenpaare richten sich am Rande der Schwäbischen Alb, auf den Feldern rund um den Demeter-Sonnenhof, auf die biodynamische Dinkelsorte Oberkulmer Rotkorn. Dieser steht trotz der vieler Sommer-Unwetter stabil und vielversprechend auf den Feldern. Vor Ort treffen sich vor der Ernte Demeter-Bäcker:innen, Mühlen-Inhaber:innen und gelernte Müller sowie Demeter Nudelhersteller:innen (Naturata) mit „ihren“ Landwirt:innen. Initiiert hat das Treffen Klaus Wais vom Hof am Eichenhain, aus der Demeter-Kulturregion „Rund um Stuttgart“. Er vernetzt in der Erzeugergemeinschaft (VDE) die regionalen Expert:innen für Demeter-Getreide. Der Vorteil dieser über Jahrzehnte gewachsenen regionalen Demeter-Kooperation für Verbraucher:innen: sie können sicher sein, dass in den Broten der Kornmühle, Ulm oder der Eselsmühle, Stuttgart auch wirklich regional erzeugtes Demeter-Getreide verbacken wird.

Erstaunlich, wie rasch leckeres Demeter-Brot gegessen ist – wer denkt schon an den Zeitraum, den Getreide zum Wachsen und Reifen benötigt

Vor der Aussaat steht die Züchtung. Für Demeter gibt es spezialisierte biodynamische Züchter. Für naturbelassenes Brot braucht es gesundes Urgetreide, da im biodynamischen Getreideanbau etwaiger Pilzbefall nicht mit Pestiziden behandelt werden darf. Im Übrigen werden die Halme auch nicht künstlich mit Hormonen am Wachstum gehemmt. Das bedeutet aber auch, dass Demeter-Landwirte viel mehr im Blick haben müssen: die richtige Mischung von Stickstoff, Phosphor und Kali (durch Kuhdung und wie auf dem Sonnenhof in Bad Boll noch zusätzlich: Hühnermist), den richtigen Aussaatzeitpunkt (in 2021 war es im Frühjahr lange kalt und nass) und dann natürlich die Ausbringung der Biodynamischen Präparate. Es müssen alle Parameter so zusammenwirken, dass der Dinkel oder der Weizen bei gutem, schlechtem, nassem, trockenem Wetter gut da steht auf dem Feld und gute Erträge bringt. Denn die Ernte von heute, ist das Brot bzw. die Nudel des nächsten Jahres.  

Sind wir mal ehrlich, wer denkt als Verbraucher:in vor einem vollen Brot- oder Nudelregal an die Landwirt:innen und die Menge an Arbeit, die in der Pflege der Felder, des Bodens und dem Zusammenwirken mit der Natur besteht? Bei Demeter in Baden-Württemberg kennen sich alle entlang dieser sogenannten Wertschöpfungskette und engagieren sich gemeinsam für tolle Nahrungsmittel. Es ist also für alle Beteiligten kein anonymes Getreide, sondern jeder der Verarbeiter:innen kennt das Terroir, den Boden, das Umfeld, von dem das Getreide kommt. Wer mehr wissen möchte, hier gibt’s noch mehr Informationen über Demeter-Getreidearten.

Und wer als Verbraucher:in Interesse hat, sein Wissen über Getreide, Brote, Mehle und Nudeln zu vertiefen, der kann sich melden. Wir erarbeiten derzeit eine Informationsveranstaltung für Verbraucher:innen und Getreidefans. Einfach Mail an: sonja [ / dot \ ] juerschik[ / at \ ]demeter [ / dot \ ] de