Minister Hauk besucht Biomusterregion Mittelbaden

Deckers Biohof: Wegweiser für die Biomusterregion Mittelbaden

Beim Staffellauf des überregionalen Staffellaufs der Nachhaltigkeit freut sich Minister Peter Hauk über die Staffel.


Einen Eindruck vom ökologischen regionalen Anbau gab es bei einer Hofführung mit Christoph Decker und Vertretern der Biomusterregion Mittelbaden+ e.V.. Helga Decker setzt sich schon seit Jahren für die Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern ein. Die regionale Landwirtschaft zu fördern, ist das große Ziel. Ihr ist es ein Herzensanliegen, dass immer mehr Betriebe in der Region biologisch wirtschaften. Sie ist eine Kämpferin für jeden weiteren Quadratmeter für den Biolebensmittelanbau, war Mitinitiatorin für die Bio-Musterregion Mittelbaden+ und gehört nun dem Vereinsvorstand des aus der Initiative entstandenen Bioregion Mittelbaden+2021 e.V. an. 

Deckers Biohof mit seinem Gärtnereibetrieb, der seit 1973 in Demeter-Anbau bewirtschaftet wird, hat eine erfolgreiche Entwicklung vorzuweisen. Nach der Hofübernahme 2004 durch die Familie Decker wurden die von der Bio-Vermarkterin Helga Decker betriebenen Bioläden in Sinzheim und Baden-Baden ausgebaut und ein immer stärker nachgefragter Lieferservice - mit jetzt rund 2.480 versorgten Haushalten pro Woche - mit Leonie Schittenhelm im Geschäftsführungsteam, aufgebaut. Auch bereits 87 Schulen und Kindergärten werden beliefert. "Der Trend zu einer gesunden Bioernährung, die auch dem Boden-, Wasser- und Klimaschutz dienen, ist erfreulicherweise ungebremst", erklärt Christoph Decker, der die Gärtnerei leitet. "Die 16 ha unseres Demeter Hofs können deshalb nur einen Teil des Bedarfs decken". Ein regionales Netzwerk an Bio-Erzeugern unterstützt diesen stetig wachsenden Absatz. "Aber auch das ist nicht genug", betont Helga Decker, die auf gerade einmal 5% Bioanbau im Landkreis Rastatt verweist. "Wir benötigen dringend mehr Flächen für unseren Bio-Lebensmittelanbau, statt die Verwendung z.B. für den Futtermais, der exportiert wird!" Und sie betont, dass in Zukunft auch die Versiegelung gesunder Böden durch Bebauung verhindert werden muss.

Bio-Praktiker*innen gründen „Umsteller-Stammtisch“

Um den Umstieg von konventionellem Anbau auf Bio-Anbau zu fördern, arbeiten viele Akteure zusammen. Die Kooperationspartner der Bio-Musterregion Mittelbaden+ stellen in Landwirtschaftsämtern und Städten ihre Fachkompetenzen zur Verfügung, die Bioverbände stehen zur fachlichen Beratung bereit. Der Verein Bioregion-Mittelbaden+2021 e.V. legt den Schwerpunkt auf die Beratung auf Augenhöhe, von Praktiker zu Praktikerin. Die einen mit langer Erfahrung im Bioanbau oder mit erst kurz zurückliegenden Umstellungserfahrungen. Und auf der anderen Seite die Praktiker*innen, die ihre Produktion umstellen wollen. Dabei nehmen wir die Schwierigkeiten ernst, die ein solcher Schritt mit sich bringt. Unsere Bio-Praktiker erzählen auch von den Sackgassen und Misserfolgen und helfen damit Umsteiger:innen, nicht die gleichen Fehler zu machen. Und sie geben Hinweise, was und wer geholfen hat, wie die Vermarktung laufen kann und wo weitere Beratung zu bekommen ist. Dazu planen wir derzeit Treffen des Umsteller-Stammtischs mit z.B. Betriebsbesichtigung mit anschließendem Austausch. Aktuell arbeiten wir an Stammtischen für den Bereich Getreide, Wein und Soja. Denn nur gemeinsam erreichen wir das hochgesteckte Ziel 30-40% Bio bis 2030.

Deshalb suchen wir weitere Bio-Landwirte, Bio-Gärtnerinnen, Bio-Verarbeiter und -vermarkter*innen, die bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrung an Umstellungsinteressierte weiterzugeben. Das kann in der Begleitung eines umstellungswilligen Betriebes sein oder als Gastgeber:in für einen unserer Stammtische u.a.m. Und die Bio-Praktiker unseres Umsteller-Stammtischs brauchen dringend Verstärkung! Wenn Sie/Du das unterstützen möchtest hier die Kontaktmail: umstellen[ / at \ ]bioregion-mittelbaden [ / dot \ ] de