Forschung und Entwicklung

Projekte


Im Sinne unseres Leitbildes wollen wir die Zukunft der biologisch-dynamischen Landwirtschaft aktiv gestalten und somit die landwirtschaftliche Entwicklung stetig vorantreiben. Aktuelle Projekte und Ergebnisse von abgeschlossenen Projekten werden an dieser Stelle präsentiert und veröffentlicht.

Nähere Informationen zu den Projekten erhalten Sie in den unten stehenden Projektbeschreibungen. Weiterführende Informationen und Rückfragen beantworten Ihnen die Projektverantwortlichen gern. 

 

Verbesserung regionaler und hofnaher Schlachtung in Niedersachsen

Projektzeitraum: 01.01.2021 - 31.12.2021

Der Wunsch nach regionalen Schlachtstätten sowie die Entwicklung der Hof- und Weidetötung sind im landwirtschaftlichen Kontext seit geraumer Zeit fest verankert. Die Landwirte wollen möglichst keine oder nur kurze Transportwege, die Verbraucher Fleisch „mit gutem Gewissen“, also ohne Tierleiden. Die Bäuerliche Gesellschaft e.V. – Demeter im Norden hat sich für die Thematik stark gemacht und ein Vorhaben zur regionalen und Hof- und Weidetötung begonnen.

Die Ziele des Vorhabens sind die Verbesserungen regionaler und hofnaher Schlachtungen (Hof- und Weidetötung) im Hinblick auf die Erhaltung und Verfahrenswentwicklung. Tierhaltende Betriebe und Schlachtbetriebe werden befragt und besucht. Dabei steht die individuelle Lösung auf dem einzelnen Betrieb im Vordergrund und wird im Rahmen von Betriebsbesuchen erarbeitet. Regionale Netzwerke werden gebildet und ggf. Kooperationen und Vermarktungswege ausgearbeitet. Zulassungsbehörden werden integriert und Veranstaltungen durchgeführt.

An dieser Stelle informieren wir Sie gerne auch unterjährig über die Entwicklungen im Projektverlauf. Mit Projektabschluss werden wir den Projektbericht an dieser Stelle öffentlich zur Verfügung stellen.

Projektleitung: Lea Trampenau (lea [ / dot \ ] trampenau[ / at \ ]demeter-im-norden [ / dot \ ] de

Gesamtanalyse im ökologischen und biodynamischen Landbau in Nds.

Projektzeitraum: 01.12.2020 - 31.11.2021

Bio-Lebensmittel im Allgemeinen und Demeter-Produkte im Speziellen erscheinen dem Konsumenten im Einkauf zwar zunächst teurer als konventionelle, bei genauerer Betrachtung der Folgekosten bzgl. Natur, Mensch und Tier sind diese jedoch in Wahrheit in Summe günstiger. Grund dafür ist, dass Kosten für gesundheitliche Folgeschäden oder Steuerlasten, die für Wasseraufbereitung wegen Nitratbelastung oder Bekämpfung des Klimawandels etc. bei der Preisfindung konventioneller Produkte nicht berücksichtigt werden. 

Da die wahren Entstehungskosten unserer regionalen Bio-Lebensmittel nicht bekannt sind, fehlt die Datenbasis für eine ehrliche Rechnung aller Kosten, und damit die Argumentationsgrundlage für Landwirt*innen und Verarbeiter*innen für das Preisniveau ihrer Produkte. Dabei müssen Ökosystemleistungen sichtbar werden, um ökologisch und besonders biodynamisch produzierte Produkte aus dem dauerhaften Preisnachteil gegenüber konventionell erzeugten Produkten zu heben.

Das Ziel des Projektes ist es, mit dem Projektpartner Soil & More Impacts GmbH eine vergleichende Studie bzgl. der wahren Kosten von biodynamisch produzierten Lebensmitteln für ausgewählte Produktbereiche und Betriebe, Schwerpunkt Niedersachsen, durchzuführen, damit die wahren Kosten sichtbar und damit greifbar werden und Handelshäusern und Endkund:innen gegenüber kommuniziert werden können. Die Bereiche, im Speziellen bewertet werden sollen, sind dabei: 

•    Obstbau
•    Milcherzeugung (mit Grünland und mit Ackerbau)
•    Ackerbau
•    Gemüsebau (mit Schwerpunkt Karotten und Kartoffeln)

Damit soll die regionale Vermarktung biodynamischer Produkte in Niedersachsen nachhaltig gestärkt und die quantitativ stark wachsende Vermarktung auch in der Qualität entsprechend gefördert werden. 

Das Projekt lief im Januar 2021 mit dem Projektpartner Soil Impacts GmbH an und wird bis Ende des Jahres 2021 abgeschlossen sein. Ergebnisse und Erkenntnisse werden auf Demeter-im-norden.de zur Verfügung gestellt.

An dieser Stelle informieren wir Sie gerne auch unterjährig über die Entwicklungen im Projektverlauf. Mit Projektabschluss werden wir den Projektbericht an dieser Stelle öffentlich zur Verfügung stellen.

Projektleitung: Charlotte Klement (charlotte [ / dot \ ] klement[ / at \ ]demeter-im-norden [ / dot \ ] de)

 

Gesundes Rassegeflügel für die Ökotierzucht - Aufbau eines Elterntierbestandes am Beispiel Marans Huhn

Projektzeitraum: 01.05.2020 - 30.04.2021

Vor dem Hintergrund vieler verschwindender Arten in der Natur wird in der Gesellschaft auch das Bewusstsein für bedrohte Nutztierrassen lebendiger. So kann der Slogan: „Erhalten durch Aufessen“ wieder viele Produzenten und Konsumenten zusammenbringen, wenn solche Nutztierrassen wieder verfügbar gemacht werden. Auf der roten Liste bedrohter Nutztierrasen sind derzeit 33 Hühnerrassen in Deutschland gelistet. Dieses Projekt kann dazu beitragen, Erhaltungszuchten zu professionalisieren und den Fortbestand des Marans-Huhns und anderer Nutztierrassen zu sichern.

Des Weiteren entsprechen die aktuell in der ökologischen Produktion vorrangig eingesetzten Hühner-Rassen nicht mehr den Vorstellungen vieler Landwirte und Verbraucher. Diese konventionellen Züchtungen verlaufen an vielen Stellen konträr zu den Idealen und Zielen des ökologischen Landbaus.
Die Kunden von Bio-Bauern erwarten, dass keine ethischen Kompromisse eingegangen werden und konventionell gezüchtete Tiere eingesetzt werden, nur um günstigere Eier anbieten zu können. Daher sind viele Landwirte an Alternativen zu den herkömmlich angebotenen Tieren interessiert.

Ziel dieses Projektes ist es, ein Prozedere zu testen, mit dem gesunde Tierbestände für die Vermehrung und für weitere Forschungs-Projekte geschaffen werden können. Das Marans-Huhn wurde gewählt, da es nach den Rassen der ÖTZ am besten in dem Projekt „Öko-Huhn I“ abschnitt. So kann auch das Marans-Huhn marktfähig werden.

Fazit zum Projekt:

Die im Projekt eingesetzte Genetik hat durch ihre für Rassehühner gute Leistung überzeugen können.

Das Maranshuhn dieser Herkunft besitzt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, was bedeutet, dass die Hennen mit weniger Mastleistung als die Hähne ausgestattet sind. Das ist vermutlich bei der Fütterung ein Vorteil, da ein leichteres Tier einen geringeren Erhaltungsbedarf hat und damit auch sicherlich eine verbesserte Futterverwertung aufweist, als ein schwereres Tier.

Getrübt wurde die Leistungsfähigkeit durch die Aufstallungspflicht, welche für Rassehühner solcher Rassen ausgesetzt werden kann.

Das Projekt hat durch den Zukauf der Tiere vom Betrieb Kühne eine sehr gute Ausgangsbasis gehabt. Alle anderen gangbaren Möglichkeiten wären mit mehr Aufwand und Pferdefüßen versehen gewesen.

Die Erarbeitung eines Konzeptes und des Test- und Impffahrplans war mit der Praxis Böhland gut durchführbar. Bis auf den Schwarzkopf-Antikörper-Test, sind alle relevanten präventiven und diagnostischen Aktionen geplant und umgesetzt worden.

Die Genetik und die Herangehensweise bieten gute Voraussetzungen einen soliden Elterntierbestand für die ökologischen Betriebe aufzubauen.

Die Generation 2 ist seit dem Schlupf am 07.05.2021 in der Datenerfassung über das Öko 2 Huhn Projekt. Dieses Projekt wird über seine gute Datenerfassung Landwirten eine solide Entscheidungsgrundlage zur wirtschaftlichen Kalkulation mitliefern.

Dadurch wird der Kreis geschlossen und alle nötigen Faktoren für die Installation solcher Rassehühner auf Betrieben sind abgearbeitet.

Für den Einsatz anderer Rassehühner kann der Leitfaden als Richtschnur für das Vorgehen verwendet werden.

Wir danken allen Beteiligten und insbesondere dem Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Niedersachsen für ihre Unterstützung.

Der gesamte Projektbericht kann hier eingesehen werden.

Projektleitung: Katja Vaupel (katja [ / dot \ ] vaupel[ / at \ ]demeter-im-norden [ / dot \ ] de