Der Überlinger Weltacker 2000m²

Vom Acker am Bodensee aus die Welt verstehen

Wofür nutzen wir unsere begrenzten und wertvollen Ackerflächen?!, Foto: Isabel Mayer


Was wächst heute auf den Ackerböden der Welt? Auf dem Überlinger Weltacker 2000m² können Besucher*innen diesen Fragen mit nahezu allen Sinnen nachgehen. Das ungewöhnliche Umweltbildungsprojekt, das der Demeter Baden-Württemberg e.V. auch in 2021 wieder unterstützt, baut auf einer Fläche von 2000m² die meistgenutzten Kulturpflanzen der Welt an – und zwar im genauen Größenverhältnis zu ihrer globalen Anbaufläche. Hier wachsen heimische Kulturen wie Weizen, Mais und Gerste neben Exoten wie Erdnüssen, Reis, Baumwolle oder Yams auf einer Ackerfläche des Hofguts Rengoldshausen. Die Jungpflanzen zieht der projekteigene Gärtner auf dem nahegelegenen Andreashof. Träger des Umweltbildungsprojekts ist der gemeinnützige Verein Mercurialis e. V.

Was könnte ich auf „meinen“ 2000m² alles anbauen?

2000m² – so viel Anbaufläche stünde aktuell jedem Menschen zur Verfügung, würde man die nutzbaren Ackerflächen der Welt unter der Weltbevölkerung aufteilen. Die Fläche entspricht etwa der eines städtischen Supermarkts oder auch 200 eng geparkten Pkw. Damit genug für alle da ist, müsste also auf 2000m² alles wachsen, was ein einzelner Mensch an Rohstoffen vom Acker verbraucht: Eigene Nahrung genauso wie Pflanzen für Kleidung, Tierfutter, Bioenergie oder auch für Genussmittel wie Alkohol und Tabak.

Was wächst dort im globalen Durchschnitt tatsächlich?

Der Weltacker sensibilisiert uns für den unmittelbaren Zusammenhang zwischen unserem Lebensstil und der globalen Agrarwirtschaft und zeigt die Bedeutung lebendiger, humusreicher (Acker-)Böden für unser Leben auf der Erde.

Kultur, Austausch und Lernen auf dem Acker

Mitte Mai 2021 startet die zweite Saison des Überlinger Weltackers 2000m². Die Acker-Ausstellung bei Andelshofen öffnet dann wieder täglich und kostenfrei zur selbstständigen Erkundung. Führungen und Workshops regen dazu an, sich kritisch mit Themen wie: nachhaltige Ernährung und Lebensstil, Biodiversität, Artenschutz und Landwirtschaft auseinanderzusetzen. Und auch Kunst und Kultur finden ihren Platz auf dem Acker: Fester Bestandteil des Projekts ist ein Ackerklavier, das die Besucher*innen zum spontanen Spiel einlädt. Bereits 2020 fand mit „Kunst auf dem Acker” eine viel beachtete Konzert- und Theaterreihe statt, die mit den Themen des Weltackers musikalisch und künstlerisch experimentierte. Auch 2021 lädt das Projekt wieder ein zum Austausch, Mitmachen, zur kritischen Reflexion und zum spielerischen Eintauchen. Und – im Wesentlichen – zum Erkennen der eigenen Wirksamkeit und Handlungsspielräume nach dem Leitsatz: „Du machst einen Unterschied!“

Zur Website des Projektes

Eindrücke von „Kunst auf dem Acker“ (2020)