Wer hier arbeitet, kennt das Wort Langeweile nicht

Vielseitigster Genuss vom Heinrich Hof

Foto: Vinzent Weinbeer


Am Ortsrand von Obrigheim geht die Liebe nicht nur durch den Magen, sondern zunächst mal durch unterschiedliche Ställe (Ammenkühe, Rinder, Schweine, Schafe), weiter verteilt sie sich über etwa 40 verschiedene Pflanzenkulturen in den Gewächshäusern. Das liebevolle und humorvolle Wirken und Arbeiten erstreckt sich über die bewirtschafteten Felder und Äcker und schließt die Wochenmärkte, den Online-Shop und natürlich die Bildungsarbeit (Kinder und Auszubildende) mit ein.

Wer das Wort Vielfalt durchdringen möchte, der sollte Familie Heinrich (Maria und Jürgen Heinrich mit Sohn Felix und Schwiegertochter Kathrin) besuchen. Der Heinrich Hof, so schwärmen Kunden, die hier schon seit 30 Jahren einkaufen, ist ein Familienbetrieb wie aus dem Bilderbuch: Mutter- und Ammenkuhhaltung, Schweine- und Schafhaltung und noch dazu Gemüsebau mit ca. 40 Kulturen. Wobei alle Pflänzchen weitestgehend aus samenfestem Saatgut und selbst gezogen sind.

Wann beginnt der Tag auf dem Heinrich Hof und mit was?

Für Geschmack und Frische wird immer täglich morgens kurz vor fünf vor den Wochenmärkten (in Mosbach und Neckargemünd) geerntet und dann frisch verkauft. Auch im Hofladen finden die Kunden:innen stets erntefrische Salate, Kräuter und Gemüse.

Um besonders junge Menschen für die biologische Landwirtschaft zu sensibilisieren, kommen vormittags regelmäßig Schulklassen und Kindergärten auf den Hof. Die Kinder können aktiv und mit allen Sinnen die bäuerlichen Arbeiten, die Tiere des Hofes, die Gemüsevielfalt und das Leben auf einem Demeter Hof kennenlernen.

Ein umfangreiches Kursangebot am Nachmittag ermöglicht vielen Kindern, intensiv in das Hofgeschehen einzutauchen.

Also ist der Tag hier durchwirkt wie ein Gesamt-Kunstwerk. „Die Arbeit muss gut organisiert sein, für die Kinder, die zu uns kommen ist es „ins Leben wachsen, Kontakt zu Tieren, gesunden Nahrungsmitteln und spielerisches Lernen“, sagt Maria Perktold-Heinrich. „Die Großen, also unsere Mitarbeiter und Auszubildenden, müssen allerdings noch umsichtiger sein, die Arbeit in den Ställen und auf den Äckern mit Schleppern und Maschinen geht ja weiter, von jedem ist also viel Achtsamkeit gefragt auf unserem Gelände“.

Bunte Vielfalt an Menschen und Lebensmitteln - war das schon immer so?

Jürgen Heinrich hat den Hof seiner Eltern, der früher konventionell und im Nebenerwerb geführt wurde, seit 1986 auf- und ausgebaut. Mit viel Tatkraft, Überzeugung und Engagement für die Natur und aus Liebe zu Tieren und Pflanzen. Der Diplomagraringenieur ist ein Tüftler, ein Fan von alternativen Energiekreisläufen und natürlich ein überzeugter „Öko“. Seit Jahren arbeitet der herzliche Demeter-Gemüsegärtner schon aus Überzeugung torffrei, Regenwasser wird gesammelt, es gibt Photovoltaik und die Gewächshäuser sind natürlich nicht geheizt.

Gemeinsame Arbeit hält jung, die nächste Generation ist schon mit am Start

Es sind vier charaktervolle Menschen, die hier zusammen etwas auf die Beine stellen und Mitarbeiter:innen als auch den Kund:innen das tolle Gefühl geben, dass sie hier am richtigen Ort sind. Wenige Meter von den Gewächshäusern entfernt ist Sohn Felix Heinrich zuständig. Er kümmert sich von der Aufzucht bis zur Schlachtung um die Tiere. Die Online-Vermarktung für das Fleisch hat er aufgebaut. Die Liebe zu den Tieren teilt Felix sich mit Kathrin. Sie ist in die Bauernhofpädagogik eingestiegen und bekommt als Erste mit, wann es wieder ein neues Kälbchen gibt oder ein Lamm.

Zukunftsvisionen gehen hier nie aus

Maria und Jürgen sind dankbar und auch stolz, dass sie einen zukunftsfähigen Betrieb aufgebaut haben und die nächste Generation mit Begeisterung den Weg mitgeht und weiterführen wird. Und besonders freuten sich alle, an der Nähe zu den Menschen, ob groß oder klein, die sich auch auf dem Hof wohlfühlen. Ab September 2022 gibt es einen Bauernhofkindergarten mit der Trägergenossenschaft Kita-Natura e.G.. Täglich dürfen 20 Kinder den Heinrich Hof mit allem was dazu gehört erleben. Es gibt noch einen Wunsch, der reift: ein Kursangebot für Erwachsene, indem die ganze Vielfältigkeit der Landwirtschaft mit Herz sichtbar und spürbar wird.

Öffnungszeiten Hofladen: Dienstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr

Wochenmärkte:

Mosbach: Mittwoch und Samstag von 7 bis 13 Uhr

Neckargemünd: Samstag von 7 bis 13 Uhr