Marktgespräche mit Simon Wolf

Statt Social Media – Digitaler Bilderrahmen

Kükennachwuchs vom Hof Blumeninsel. Foto: Vinzent Weinbeer


Seit etlichen Jahren steht Simon Wolf, Landwirt des Demeter-Hofs Blumeninsel auf zwei unterschiedlichen Wochenmärkten im Südschwarzwald. Im Portfolio: selbstangebaute duftende Blumensträuße, vielseitiges Gemüse und Eier seiner Zweinutzungshühner, plus Hähnchen (Bruderhahn), ab und an Rindfleisch auf Bestellung. Seit neustem hat er auch noch einen digitalen Bilderrahmen dabei. Seit er mit Nahaufnahmen von Küken, Bresse Gauloise-Hühnern, Cream und Coffee-Hähnen und Impressionen von Gemüse- und Blumenfeldern kommuniziert, scheinen seine Kunden erst so richtig zu verstehen, was ihn täglich antreibt.

Über authentische Fotos ins Fachgespräch kommen

Auf den Fotos im digitalen Rahmen sieht man ihn vor Hühnermobilen, bei der Küken-Aufzucht, vor dem Schlachtraum mit einem Bruderhahn und auf den Blumen- und Gemüsefeldern. Landwirtschaft ist für ihn Leidenschaft. Aber auch sehr viel Aufwand und lange Arbeitszeiten. Nicht jeder kann auf den Hof kommen, um sich selbst ein Bild zu machen. Und so bringt er mit authentischen Fotos aus seinem Arbeitsalltag sein Engagement den Kund:innen per digitaler Technik rüber: „Social media habe ich mal gemacht, aber mir reicht die Zeit dafür einfach nicht. Der digitale Bilderrahmen ist für mich das beste Mittel, um auf dem Markt über meine Produkte ins Gespräch zu kommen, authentisches Storytelling sozusagen. Denn leider erlebe ich immer wieder, wie Menschen sich immer mehr entfremden von Zusammenhängen in der Landwirtschaft, von Pflanzen und Nutztieren. Mir liegt das Miteinander von Natur und Mensch am Herzen. Das lebe ich und das will ich über meine Produkte auch schmeckbar, erlebbar machen.“

Verbraucher freuen sich, Küken zu sehen

Auf dem Hof Blumeninsel ist alles idyllisch überschaubar: Hühnermobile mit etwa 230 Hühnern, mit dem Ziel der Direktvermarktung. Sein Betrieb ist im Aufbau, eigene landwirtschaftliche Flächen hat er keine. Ein weiteres Standbein ist seine ökologische Küken-Aufzucht. Somit hat er auch Berufskolleg:innen als Kund:innen. Gebrütet wird nur auf deren Bestellung. Auf Wunsch können die Küken auch als voraufgezogene Jungtiere (bis zur 6. Lebenswoche) abgegeben werden. Da Henne und Hahn in einem Verhältnis von ca. 50:50 schlüpfen, werden die Tiere gemeinsam aufgezogen und grundsätzlich gemischtgeschlechtlich abgegeben. Das heißt Simon Wolf setzt ein Zeichen gegen die zunehmende Spezialisierung in der Landwirtschaft. Als junger Demeter-Landwirt dreht er das Rad zurück zum Ursprung, zur Natürlichkeit.

Wer Eier isst, muss im Grunde auch einen „Bruder-Hahn“ essen

Die Hühner scharren im Sommer gemütlich im Schatten des Hühnermobils, eines hübscher als das andere. Simon Wolf sagt: „Ich will schöne Hühner haben“, und meint damit, hier geht sich kein Huhn gegenseitig so an den Leib, keines muss hier Federn lassen.“ Das Futter kann er selbst erzeugen. Er hält nur so viele Tiere, wie seine Pachtflächen ernähren können. Trotz der Brüterei. Was ihn ein wenig schmerzt ist, dass die Menschen Suppenhühner kaufen, aber selten einen Hahn. Dabei kommt das Thema nun bei immer mehr Verbraucher:innen ins Bewusstsein, dass bei jeder landwirtschaftlichen Nutzung von Tieren die männlichen Tiere keine Eier legen oder keine Milch geben. Um das immer wieder zu verdeutlich, ist der digitale Bilderrahmen hilfreich. Denn die Haltung bzw. Züchtung der sogenannten Zweinutzungshühner ist nicht die alltägliche Form der Hühnerhaltung, bietet aber eine Lösung zur Problematik des männlichen Küken Tötens.

Doch ein „Öko-Prediger“ will er nicht werden, nur aufklären über sein Wirken. Er schaut in seinem direkten Umfeld, dass sein Handeln allen dient. Ihm als Mensch und der Natur um ihn herum. Auf dem Blumenacker gibt es überall Gras-Wege, die regelmäßig mit neuem Gras und Laub bedeckt werden, als Nahrung für die Bodenlebewesen: „Für die Würmer“, sagt Simon Wolf, "seit wir das so machen, gibt es ersichtlich mehr Leben im Boden, wir haben die Böden ja über Jahre hinweg auf Bio, auf Demeter umgestellt.“

Donnerstag-Auslieferung: grüne Kiste (Abo Kiste), individuelle Bestellung. Lieferung im Umkreis von 35km um Stühlingen: frisches Gemüse, Kräuter, Eier und Blumensträuße direkt nach Hause. Gemüsekisten werden im Wert von 10 -20€ angeboten (zzgl. Lieferpauschale).

Marktstände: Donaueschingen, freitags von 6.30 bis 13 Uhr, Bräunlingen, samstags von 7.30 – 11.30 Uhr, gegenüber der Demeter Bäckerei Schmid

Bruteier für Demeter-Landwirt:innen stammen alle aus ökologischer TierzuchtBestellung von Küken telefonisch bei Simon Wolf 0175 859 2783