Rosen-Rezepte von Reinhold Schneider

Kulinarischer Streifzug durch den Rosengarten

Rosenanbauer Reinhold Schneider verarbeitet Rosenblütenblätter aus verschiedenen Rosenfamilien


Reinhold Schneider vom Rosenhof Taubertal in Creglingen steht für feine Rosenkreationen. Seit fast mehr als einem Vierteljahrhundert kultiviert er Äpfel sowie historische Duftrosen in Demeter-Qualität und stellt daraus aromatische Rosenprodukte her. Bei ihm blühen in Hochzeiten mehr als 120 historische Duftrosen – nicht als Augenweide, sondern für Naturkosmetik, zur Erfrischung (Rosenwasser zur Belebung der Sinne) und als Gaumenschmeichler, wie z.B. Saft, Gelee, Mus und Essig. Die Fruchtaufstriche mit Rose produziert eine kleine Manufaktur, ein Winzer den Rosensekt sowie Rosen-Geist und Likör. Besucher:innen erfahren bei ihm viele Geheimnisse rund um den Demeter Rosen-Anbau.

Seit mehr als 25 Jahren Fachmann für Rosen-Anbau und -Ernte

Rosenanbauer lieben Pferdemist, diesen bekommt Reinhold Schneider im Tausch gegen Heu. Den Mist kompostiert er zusammen mit Apfeltrester und Urgesteinsmehl. Mit Hilfe der Biodynamischen Präparate entsteht daraus wertvoller Kompost. Dieser sorgt dann für einen belebten, humusreichen Boden. Reinhold Schneider führt einen Demonstrationsbetrieb für Ökologischen Landbau. Da ihn die Prozesse im Boden schon immer faszinierten, hat er auch die Bodenpraktiker-Zertifizierung erworben und bietet Fortbildungen an.

Zudem baut er historische Duftrosen an, die mindestens 200 Jahre alt sind. Der Grund: sie enthalten keine rosenuntypischen Geschmacksstoffe, wie das bei vielen modernen Züchtungen durch die Einkreuzung der sogenannten „Rosa indica“ der Fall ist. Er verarbeitet Rosen aus vier verschiedenen

Rosenfamilien: Rosa damascena, Rosa alba, Rosa centifolia und Rosa gallica. Durch die Mischung im richten Verhältnis kommt es zu einem harmonischen Duft- und Geschmackserlebnis.

Geerntet wird frühmorgens, die aufgeblühten Rosenblütenblätter werden sofort frisch verarbeitet, da sonst das Aroma verduftet. An vielen Tagen umweht den Rosenhof ein sanfter Rosenduft, nicht nur von den 1500 Rosenstöcken auf dem Feld, sondern auch durch die Destillation.

Rosenwasser erfrischt im Sommer, Rosengelee wämrt die Seele im Winter 

Das Rosenwasser „Cuvee“ entsteht bei der Wasserdampf-Destillation aus der Vielfalt an Rosensorten, wobei das Rosenöl nicht abgetrennt wird. Dadurch ist es für die Fans des belebenden Wassers das Highlight. Man stelle sich Tautropfen auf einer Rose vor. So frisch und rosig duftet das Rosenwasser, das es in einer schönen Sprühflasche gibt. Es enthält keinen Alkohol, hat durch die Inhaltsstoffe eine leicht antibiotische Wirkung und ist lange haltbar. Vor allem im Sommer ist es wunderbar erfrischend.

Rosen als Gaumenschmeichler auf dem Esstisch

Zunächst hat Reinhold Schneider vor einem Vierteljahrhundert für Familie und Freunde mit Fruchtaufstrichen experimentiert, denen er pürierte Rosenblätter zugefügte. Dann hat er es nach vielem Herumtüfteln geschafft, eine große Anzahl der etwa 600 Rosen-Inhaltsstoffe ins Endprodukt zu bekommen. Beim Rosen-Mus hat er sich für das Pürieren der Blätter mit etwas Apfelsaft entschieden, das Mus wird dann durch Pasteurisieren haltbar gemacht. Man kann es in Joghurt oder Quark rühren oder es auch in Rosen-Eis und Rosen-Torte verwandeln.

Lieblingsrezept: Coq à la Rose (Rezepte im Anhang zum Herunterladen)

Einen Demeter-Landgockel innen dick mit Rosenmus einstreichen. Die Marinade einen Tag wirken lassen und dann wie das französische Gericht Coq au vin braten und zubereiten. 

Als vegetarischer Rosen-Schmaus eignet sich ein Rote-Bete Carpaccio, also dünn geschnittene frische bzw. vorgekochte rote Bete, diese werden im Ofen gegart oder im Topf gedämpft und mit einer warmen Rosenmarinade umhüllt. Dazu wahlweise Reis und grünen Salat. So hat man drei Farben auf dem Teller. Besonders im Winter erinnert dieses Gericht an rosige Zeiten im Sommer.

Rosensaft für besondere Anlässe oder einfach als herrliche Erfrischung

Als Schorle mit Mineralwasser eignet sich der Rosensaft als Erfrischungsgetränk, gemischt mit Sekt oder Secco als Bowle oder Cocktail. Die Rose hat eine ausgleichende Wirkung, sie regt einen an, oder sie beruhigt, je nach Verfassung des Genießenden.

Im Garten sind die Pflanzen auch eine schöne Kombination. Haus- – und Hobbygärtner: innen empfiehlt Reinhold Schneider übrigens die Damaszener-Rose ‘Rose de Resht‘: „Eine vitale Rose, die mehrmals im Jahr blüht und sich für Rosenmarmelade und eigene Rosenkreationen gut eignet,“ erzählt er. Übrigens wurde seine Liebe zu Rosen schon im Garten seiner Großmutter geweckt.

Infos zu Produkten, Rosenseminaren und Rosenexkursionen: www.rosenhof-taubertal.de