Demeter-Landwirt Walter Kress kümmert sich um Bienen

Blütenvielfalt als Barometer für Biodiversität

Demeter-Landwirt Walter Kress (rechts) und Dr. Ulrich Hampl, Demeter Beratung mit den Bienen auf dem Haaghof, Hardthausen-Gochsen

Demeter-Landwirt Walter Kress und Dr. Ulrich Hampl, Demeter Beratung mit den Bienen auf dem Haaghof, Hardthausen-Gochsen


Im unteren Kochertal bei Hardthausen-Gochsen liegt der HAAGHOF, auf dem Familie Kress bereits vor 35 Jahren mit dem ökologischen Landbau begonnen hat. Rund um den Hof liegen die Felder mit Kartoffel-Spezialitäten und die Kleeweiden für Rinder und Weideschweine. Neu in 2021 hinzugekommen ist eine gemischte Hecke (Agroforst) inmitten der eigenen Äcker. Der Haaghof und seine Landwirte bilden einen Kontrast zur „Vollgas-Landwirtschaft“ ringsherum.  

Gemeinsam mit Demeter Berater Dr. Ulrich Hampl lädt er Kolleg:innen aus der Biobranche zu Workshops über „Einfache Bienenhaltung am Bauernhof“. Es ist den beiden ein Anliegen, zu zeigen, wie die Bienen als Gradmesser für die Abläufe in der Natur dienen können. Der Artenschwund auf landwirtschaftlichen Flächen gibt der Bienenhaltung auf Bauernhöfen einen neuen Stellenwert: „Wenn Bienen auf den Höfen fliegen, sorgen die Bäuerinnen und Bauern für Blüten in der Landschaft.“, sagt Dr. Ulrich Hampl.

An diesem Tag geht es darum, wie man stressfrei und ohne Bienenstiche imkern kann. Ein Blick in die sogenannte „Top-Bar Hive“ von Walter Kress zeigt im Juni: Seine  Bienen haben gerade mal genug Nektar für sich zum Überleben. Nach Honig-Ertrag für den Landwirt sieht das nicht aus. Obwohl Walter Kress alles zum Blühen bringt, was sich auf seinen landwirtschaftlich genutzten Flächen eignet. Sogar im angebauten Viehfutter blüht es, längst nicht nur im Ackerrandstreifen. Aber seine Felder und Äcker liegen inmitten einer intensiv-genutzten Landwirtschaft. Kolleg:innen aus anderen Regionen berichten, dass ihre Bienen schon Honig „übrig“ haben, den man ernten könnte. Aber darum geht es in erster Linie auch gar nicht bei diesem Workshop, sondern darum, dass generell auf Bauernhöfen die Bienen wieder mehr Einzug halten sollten. Quasi ein politisches Statement, das die beiden Demeter-Experten damit äußern. „Wer beobachten kann, wie es den Bienen rund um seinem Hof geht, der tut alles dafür, dass es neben den anderen Tieren auf dem Betrieb auch diesen Insekten gut geht“, sagt Dr. Ulrich Hampl. Neben vielen Literaturtipps geht es ganz praktisch um die verschiedenen Systeme, mit denen man wesensgemäße Bienenhaltung auf einfache Art betreiben kann. Bei Demeter dürfen die Bienen Naturwaben bauen und schwärmen. Der Bienenkönigin werden nicht künstlich die Flügel gestutzt, um das Schwärmen und den Hochzeitsflug zu unterbinden. Beim Workshop „Blüten und Bienen gehören auf den Bauernhof“, geht es darum, möglichst einfach und „faul“ zu imkern, mit dem größten Nutzen und wenig Störung für die Bienen. Dazu gibt es einfache Bienenhaltungs-Systeme, die auf bewährten bäuerlichen Betriebsweisen aufbauen, so wie die einfache Bienenkiste von Mellifera, über die Top-Bar Hive (Ursprung Afrika) bis hin zur Bienenbox von den Stadtbienen aus Berlin (in der Luxusversion mit Sichtfenster für z.B. Bauernhofpädagogik).

Auf solch einem Workshop kann man alles genau unter die Lupe nehmen, erfährt wie jeder Landwirt, aber natürlich auch jeder Hobbygärtner für mehr Biodiversität sorgen kann und das alles in einem kollegialen Austausch. Weitere Termine auf Anfrage bei der Demeter Beratung. Wer sich per Video informieren möchte, hier geht´s zu einem Online Seminar über Einfache Bienenhaltung.