Demeter Baden-Württemberg

7. September 2010

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Das ist Demeter:
Kurz & knapp

Biologisch plus Dynamisch - das ist Demeter-Anbau

Ausbringen von dem Demeter-Präparat Hornkiesel
Ausbringen von dem Demeter-Präparat Hornkiesel
Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ist mehr als das Weglassen von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, was norma­lerweise im Bioanbau die Regel ist. Zur Qualitätssteigerung wird bei Demeter noch etwas hinzugefügt: die von Rudolf Steiner entwickelten Biologisch-Dynamischen Kompost- und Spritzpräparate. Sie bestehen aus Heilpflanzen, Rindermist und Quarzmehl. Geringste Mengen der Präparate werden eine Stunde lang in Wasser verrührt - dynamisiert - und auf Felder oder Pflanzen ausgebracht. Dadurch wird das Bodenleben aktiver, die Fruchtbarkeit gesteigert und das Wurzelwachstum angeregt. Auch kosmische Kräfte, wie Mondrhythmen, werden beim Anbau berücksichtigt.

Aus Respekt vor den Tieren ist bei Demeter als einziger Bio-Organisation das schmerzhafte Enthornen bei allen Wiederkäuern verboten. Außerdem ist nur bei Demeter eine Tierhaltung obligatorisch vorgeschrieben. Wegen der Idee des Hoforganismus, der über den geschlossenen Hofkreislauf hinausgeht, müssen die Tiere entsprechend der Anbaufläche gehalten werden. Sie produzieren den wichtigen Mist, der als biologisch-dynamischer Dünger das Futter gut wachsen und qualitätsvolle Lebensmittel entstehen lässt. Demeter-Höfe erzeugen mindestens die Hälfte der Futterra­tion für ihre Tiere auf dem eigenen Hof. Achtzig Prozent des gesamten Futters muss biologisch-dynamische Qualität haben. Die restlichen zwanzig Prozent bestehen bei Wiederkäuern aus Bio-Futter. Konventioneller Raps, der bei anderen Verbänden erlaubt ist, kommt nicht in den Trog. Nitritpökelsalz in Wurst gibt es bei Demeter nicht und ein aktueller Beschluß verbietet Hybridsaatgut bei Getreide.


Demeterbauer bei der Ernte von Kamillenblüten für das Kamillenpräparat
Demeterbauer bei der Ernte von Kamillenblüten für das Kamillenpräparat
Dass eine Ernährung mit biologisch-dynamischen Lebensmitteln positive Wirkungen haben kann, konnte in zwei Forschungsprojekten nachgewiesen werden. So ernährten sich Nonnen des Klosters Heiligenbronn vier Wochen ausschließlich mit Demeter-Lebensmitteln. Das Ergebnis: körperliche Beschwerden gingen zurück, das Wohlbefinden verbesserte sich und Abwehrkräfte wurden gefördert. Dies belegten zusätzlich medizinische Untersuchungen. Außerdem läuft eine Schweizer Studie, bei der seit 25 Jahren der Demeter- und Bioanbau mit konventioneller Landwirtschaft verglichen werden. Zusammenfassend wurde bisher festgestellt, dass die biologisch-dynamische Landwirtschaft den günstigsten Einfluss auf den Humusgehalt hat. Der sogenannte DOK-Versuch am Schweizer FIBL-Institut, einem unabhängigen Agrar-Forschungsinstitut, hat nach 21 Jahren Forschungsarbeit gezeigt, dass Biologisch-Dynamisch (D) gegenüber (O)rganisch und (K)onventionell die Bodenfruchtbarkeit als einzige Anbaumethode nachhaltig fördert.

Alle Demeter-Betriebe werden einmal jährlich gemäß der EG-Verord­nung für den ökologischen Landbau durch staatlich anerkannte, unab­hängige Kontrollstellen überprüft.

Demeter ist nicht der größte, mit mehr als achtzig Jahren aber der älteste ökologische Landbauverband mit weltweit über 3.200 Betrieben (Deutschland: 1.350, Baden-Württemberg: 455) und rund 100.000 Hektar Fläche (Deutschland: 50.000). Demeter hat als einziger Anbauverband international gel­tende Richtlinien, so dass auch für Importware der Demeter-Quali­tätsanspruch erfüllt wird.

Zum Marktforum, dem runden Tisch der Demeter-Bewegung, gehören zudem die Vertreter von etwa 300 Demeter-Herstellern und -Verarbeitern sowie Vertragspartner aus dem Naturkost- und Reformwaren-Großhandel.